Spachteln

Qualitätsstufe 1

Für Oberflächen, an die keine optischen (dekorativen) Anforderung gestellt werden, ist eine Grundverspachtelung (Q1) ausreichend.

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 1 umfasst:

  • das Füllen der Stoßfugen der Gipsplatten und
  • das Überziehen der sichtbaren Teile der Befestigungsmittel

Überstehendes Spachtelmaterial ist abzustoßen. Werkzeugbedingte Markierungen, Riefen und Grate sind zulässig.

Die Grundverspachtelung schließt das Einlegen von Fugendeck- (Bewehrungs-)streifen ein, sofern das gewählte Verspachtelungssystem (Spachtelmaterial Kantenform der Platten) dies vorsieht.

Darüber hinaus sind Fugendeckstreifen einzulegen, wenn dies aus konstruktiven Gründen für notwendig erachtet wird (vgl. Abschn. „Hinweise für Planung und Ausführung“).

Bei mehrlagigen Bepflanzungen ist bei den unteren Plattenlagen ein Füllen der Stoßfugen ausreichend (vgl. [2]), allerdings auch notwendig. Auf das Überspachteln der Befestigungsmittel kann bei den unteren Plattenlagen verzichtet werden.

Bei Flächen, die mit Bekleidung und Belägen aus Fliesen und Platten (vgl. [4] ) versehen werden sollen, ist das Füllen der Fugen ausreichend. Glätten ist ebenso zu vermeiden wie das seitliche Verziehen des Spachtelmaterials über den unmittelbaren Fugenbereich hinaus.

Qualitätsstufe 2

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 2 (Q2) entspricht der Standardverspachtelung und genügt den üblichen Anforderungen an Wand- und Deckenflächen.

Ziel der Verspachtelung ist es, den Fugenbereich durch stufenlose Übergänge der Plattenoberfläche anzugleichen.

Gleiches gilt für Befestigungsmittel, Innen- und Außenecke sowie Anschlüsse.

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 2 umfasst:

  • Die Grundverspachtelung (Q1)
  • Das Nachspachteln (Feinspachteln, Finish) bis zum Erreichen eines stufenlosen Übergangs zur Plattenoberfläche.

Dabei dürfen keine Bearbeitungsabdrücke oder Spachtelgrate sichtbar bleiben. Falls erforderlich sind die verspachtelten Bereiche zu schleifen.

Diese Oberfläche kann beispielsweise geeignet sein für:

  • mittel und grob strukturierte Wandbekleidung, z.B. Tapeten wie Raufasertpete (Körnung RM oder RG nach Din 6742)
  • matte füllende Anstriche / Beschichtungen (z.B. Dispersionsanstriche), die manuell – mit Lammfell- oder Strukturrolle – aufgetragen werden
  • Oberputze (Korngrößen/Größtkorn über 1mm) soweit sie vom Putz-Hersteller für das jeweilige Gipsplattensystem freigegeben sind.

Wird die Qualitätsstufe 2 (Standardverspachtelung) als Grundlage für Wandbekleidungen, Anstriche und Beschichtungen gewählt, sind Abzeichnungen – insbesondere bei Einwirkung von Streiflicht nicht auszuschließen. Eine Verringerung dieser Effekte ist in Verbindung nach Qualitätsstufe 3 (Sonderverspachtelung) zu erreichen.

Qualitätsstufe 3

Werden erhöhte Anforderungen an die gespachtelte Oberfläche gestellt, sind zusätzlich über Grund- und Standardverspachtelung hinausgehende Maßnahmen erforderlich:
Sonderverspachtelung Q3 (beachte Hinweise im Abschn. „Ausschreibung“, insbesondere zu den erforderlichen Ebenheitstoleranzen).

Die Verspachtelung nach Qualitätsstufe 3 umfasst:

  • die Standardverspachtelung (Q2) und
  • sowie ein breiteres Ausspachteln der Fugen sowie ein Scharfes Abziehen der restlichen Kartonoberfläche zum Porenverschluss mit Spachtelmaterial.

Im Bedarfsfall sind die gespachtelten Flächen zu schleifen.

Diese Oberfläche kann beispielsweise geeignet sein für:

  • fein strukturierte Wandbekleidung
  • matte nichtstrukturierte Anstriche/Beschichtungen
  • Oberputze, deren Körnung/Größtkorn nicht mehr als 1 mm beträgt, soweit sie vom Putzersteller für das jeweilige Gipsplattensystem freigegeben sind.

Auch bei de Sonderverspachtelung sind bei Streiflicht sichtbar werdende Abzeichnungen nicht völlig auszuschließen und nach VOB/C DIN 18 350, Nr. 3.1.2[7] zulässig.

Grad und Umfang solcher Abzeichnenden sind jedoch gegenüber der Standardverspachtelung geringer.